Was erwarten wir von unseren neuen Gebäuden?

K1600_DSCF1260Wo sich aktuell noch eine Großbaustelle befindet, nämlich innenstadtnah zwischen Hansaring und Gereonsmühlen-gasse, werden schon ab 2018 neue Gebäude mit viel Raum für innovative und inklusive Lehr- und Lernkonzepte stehen.
Wir haben Martina Frankenberger, Leiterin der Realschule am Rhein und Hülya Berk, Leiterin der Freinet- Schule-Köln dazu befragt, was ihre Erwartungen an die neuen Gebäude sind. Hier das ausführliche Interview:
Die Realschule am Rhein, bisher eine Aufbaurealschule ab Stufe 7, benötigt künftig mehr Raum, denn sie wird um die Klassen 5 und 6 erweitert. Was wird Ihnen das neue Gebäude noch bieten und worauf freuen Sie sich besonders?Martina Frankenberger: Unser altes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert hat optisch viel Charme, aber bestimmte Unterrichtskonzepte lassen sich darin nicht verwirklichen. Die neuen Räume konnten wir ganz nach unseren Vorstellungen (von Kollegium, Schülerinnen und Schülern und Eltern) planen. Ihre Anordnung in  Clustern wird uns einen flexiblen Wechsel zwischen klassischem Unterricht, selbständigem Einzel- und Gruppenarbeiten ermöglichen. Auch Teamräume für die Lehrer gehören dazu, in denen wir Unterricht und Projekte gemeinsam planen können.  Ich persönlich freue mich besonders auf den größeren Computerraum – so wird endlich eine grundlegende Medienbildung im Klassenverband möglich.
Bei der Freinet-Schule-Köln gehört innovatives Lehren und Lernen zum Leitbild, da sie viele reformpädagogische Elemente zu einem einheitlichen Konzept vereint. Was werden die neuen Räume Ihnen pädagogisch ermöglichen, was es nicht schon bisher bei Ihnen gegeben hat?
Hülya Berk: Auch wir haben uns zwar bisher wohl gefühlt im schönen alten Gebäude. Was wir aber vermissen, ist ein eigenständiges Schulhaus mit mehr Platz für uns und einen nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Schüler*innen ausgestatteten Schulhof. Essen und Lernen wird künftig in verschiedenen Räumen stattfinden und es werden mehr flexible und vielseitige Angebote realisiert werden können. Außerdem wird die räumliche Nähe zum Park unser Schulleben bereichern – als ergänzende Bewegungsmöglichkeit und Naturerlebnis für unseren Unterricht.
K1600_DSCF1265_jiRückblickend auf die vielen Jahren der Entwicklung dieses für Köln bisher einzigartigen Projektes, auf Zukunftswerkstätten, Ideenkonferenzen und Begleitausschusstreffen – was war für Sie die größte Herausforderung?
Martina Frankenberger: Die Realschule ist seit 2010 dabei, sechs Jahre sind eine lange Zeit. Angesichts wechselnder Personenkonstellationen bei Schülern, Eltern und Kollegium, war es nicht immer leicht, gleichbleibend motiviert zu bleiben, nach vorn zu schauen und das Projekt „BAN“ in der Schulgemeinschaft lebendig zu halten.
Hülya Berk: Dem kann ich mich nur anschließen. Die eigene Schule leiten und dabei die vielen Kooperationsmöglichkeiten in der BAN im Blick zu behalten, war nicht immer leicht. Mittlerweile ist es aber für mich eine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam blicken wir auf viele gewinnbringende und gelungene Projekte zurück.
Sieben bisher voneinander systemisch unabhängige Einrichtungen rücken künftig zu einer Bildungslandschaft zusammen. Wie kann aus Ihrer Sicht trotzdem jede Einrichtung ihre eigene Identität bewahren?
Martina Frankenberger: Es geht ja nicht um die Verschmelzung zu einer Schule. Jede Einrichtung bringt ihre Besonderheiten in das Kooperationsprojekt ein. Davon können die anderen profitieren, trotzdem bleiben es individuelle Einrichtungen mit eigenen Zielgruppen.
Hülya Berk: Mir fällt dazu ein Zitat von R. W. Emerson ein. „Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist.“ Jede Einrichtung bestimmt für sich, was gute Arbeit ist. Dies zu erhalten, war uns von Anfang an in diesem Projekt wichtig. In unserem speziellen Fall rücken wir räumlich eher auseinander, denn Real- und Freinet-Schule haben sich bisher schon ein Gebäude, einen Schulhof und die Turnhallen geteilt. Dies ist uns gut gelungen  – wir haben uns regelmäßig getroffen, besprochen und abgestimmt. Wir wissen aber auch: Durch die Vernetzung zur Bildungslandschaft Altstadt Nord entsteht eine besondere Kraft.
Wenn Sie beide drei Wünsche für den Start im neuen Gebäude frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Martina Frankenberger: Vor allem wünsche ich mir natürlich, dass wir wie geplant und ohne Verzögerungen in das neue Gebäude einziehen können. Außerdem, dass die Kinder und Jugendlichen von den erweiterten Möglichkeiten der BAN von Anfang an profitieren können und dass wir von den Bewohner/innen des Viertels wohlwollend aufgenommen werden.
Hülya Berk: Wir starten glücklich in den neuen Räumen, da wir in die Planung stets eng eingebunden waren. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir weiterhin so gut zusammenarbeiten und die Übergänge bzw. „Brücken“ zwischen den einzelnen Einrichtungen ausbauen. Beispielsweise den von der neu zu gründenden FRÖBEL Kita zu unserer Grundschule.