Theaterabend mit Improvisationsband am 23. Januar 2011, um 20 Uhr im Hansa-Gymnasium

Das Theaterensemble der Stufen 12 und 13 des Hansa-Gymnasiums zeigt „Die Bettleroper“

Premiere: Sonntag, 23. Januar 2011
Weitere Aufführungen: 24. Januar und 25. Januar 2011
Zeit: 20 Uhr
Ort: Aula des Hansa-Gymnasiums, Hansaring 56, 50670 Köln
Eintritt: 7 € Erwachsene / 5 € Schüler
Weitere Informationen: Walburga Schroer, w-schroer@t-online.de

Zum Stück und zur Inszenierung:

John Gay (1685-1732) schuf mit seiner „Beggar‘s Opera“ eine der berühmtesten Parodien der Theatergeschichte. In Form von einfachen Dialogen, unterbrochen von Liedern nach zu seiner Zeit berühmten Melodien, entstand seine politische Satire und eine Parodie auf die italienische Oper. Er drehte die sonst auf der Bühne dargestellte Welt der High Society um: auch Arme haben einen Lasterkatalog. Leider werden sie, im Unterschied zu den Reichen, für ihre Untaten bestraft. Das Spiel, das Brecht in seiner „Dreigroschenoper“ (1959 Uraufführung) übernahm, dreht sich um den Bettlerkönig Peachum, den Straßenräuber Mackeath und den Gefängnisdirektor Lockit. Polly, die Tochter der Peachum-Eltern, ist, ebenso wie Lucy, Lockits Tochter, hinter Mackeath her.

Ein Eifersuchts- und Geld-Macht-Gerangel um Mackeath nimmt seinen Lauf.

Jetzt kommt Rainer Werner Fassbinder (1945-1982):

Seine „Bettleroper“ (nach John Gay) ist eine seiner Antitheater-Produktionen. Fassbinders Themen sind: Ausbeutbarkeit von Gefühlen, Liebe als Unterdrückungsinstrument, Korruption, Doppelmoral, Geld und Macht, Liebe und Eifersucht. Der Verderbtheit des öffentlich-politischen Lebens entspricht die Verwilderung der Sitten im Privaten.

Das Szenario versetzt uns in die späten sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts: Alle Gauner, Diebe und Bettler der Stadt arbeiten für Peach, den Chef der Unterwelt. Der stadtbekannte Obergauner Mecki organisiert sich aber nicht. Er arbeitet autark … und … hat auch noch heimlich Peachs Tochter, Polle, geheiratet. Mecki ist allseits begehrt: Sein Freund Luca (eine von uns transformierte Version von Lucy) sowie die Freudenmädchen Vava und Didi wollen ihn – genau wie Polle – für sich (alleine!). Peach und seine Frau Peachie zusammen, mit dem „hohen“ Polizisten Lock, wollen sein Geld. Klau, der engste Mitarbeiter Peachs und Dauergast bei Vava und Didi, eröffnet das Verrate-Spiel: Wer intrigiert mit wem gegen wen? Jeder weiß „Am Donnerstag geht der Mecki zu seinen Hurn.“

Na dann: Auf zur fröhlichen Hetzjagd.

Unsere Improvisationsband leitet und begleitet untermalt und unterstützt die fassbinderschen „songs“, prägend für Handlung und Charaktere. Unsere Lichtcrew bringt’s an den Tag, verzerrt und kennzeichnet das Boshafte, unterstreicht die lyrischen sowie die chaotisch-schrillen Bilder.

Und das alles im Sinne des Polle-Spruchs: „Hat alles zwei Seiten: Die Liebe, die Lust und der Kummer sogar.“

[Und das alles unterflüstert von unserer Souffleuse!]