Tanzen als würde niemand zusehen

Sich vor eine ganze Aula voller Mitschüler/innen zu stellen und eine Tanz-Battle zu liefern, setzt nicht nur ein gutes Körpergefühl voraus, sondern vor allem Mut.
Diesen bewiesen gestern einige Schüler/innen der 8. Jahrgangsstufe der BAN bei der „Just Dance Competition“. Das Projekt wurde im Frühjahr 2018 von Schülerinnen einer Internationalen Klassen (IK) der Realschule am Rhein auf der BAN-Ideenkonferenz vorgestellt und gewann eine Geldprämie für seine Umsetzung. Die Schüler/innen, die aus Ländern wie Brasilien, Griechenland, Togo/Frankreich und Eritrea kommen, lernten sich während der Vorbereitungen zum Tanzwettbewerb mal von einer ganz anderen Seite kennen.

Und natürlich mussten die Mädchen und Jungen ihre Deutschkenntnisse, die sie in den letzten beiden Jahren hier bei uns in Köln in der Schule erworben hatten, einem harten Praxistest aussetzen. „Wo soll die Just Dance Competition stattfinden? Wo können wir das technische Equipment leihen? Welche Preise soll es geben?“ waren einige der Fragen, die es zu klären galt.

Außerdem wurden Flyer gedruckt, das Projekt in der siebten und achten Jahrgangsstufe an Hansa-Gymnasium und Realschule vorgestellt, die Moderation vorbereitet und leckerer Kuchen gebacken.

Am vergangenen Mittwoch Vormittag gingen nun endlich die Lichter an in der Aula des Hansa- und Abendgymnasiums und der computerspielgestützte Tanztalentwettbewerb konnte starten.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Zerin Senkaya, projektverantwortliche Lehrerin an der Realschule am Rhein (Foto oben, Mitte). Sie hatte in den letzten Wochen mit viel Engagement, Ermutigung und guter Laune die Jugendlichen bei den Vorbereitungen unterstützt. Nach ein paar einleitenden Worten und der Erklärung der Turnierrunden übernahmen zwei Schüler/innen das Mikrofon: „Bitte seid respektvoll zueinander und buht niemanden aus. Der Spaß soll hier im Vordergrund stehen!“ An diese Übereinkunft hielten sich glücklicherweise jede/r der ca. 150 anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer – die Aufregung und der Lautstärkepegel waren allerdings zwischendurch sehr hoch. Dies war aber auch kein Wunder, denn es ging ja um etwas! Zu gewinnen  waren neben der Ehre des „Dancing Starts“ Pokale für die Plätze 1-3 sowie kleine Geldprämien für die Klassenkassen. 

In der ersten Runde tanzten sich die Schüler/innen zu einem Song von Pharrell Williams warm. In der zweiten Runde wurde um den zweiten und dritten Platz gekämpft und in der Schlussrunde gingen zur Musik von Nicki Menaj einige mit rasanten Tanzmoves völlig aus sich heraus. Man konnte nun schon sehen, wer in seiner Freizeit gern tanzt und vielleicht auch zuvor die entsprechenden Lieder zuhause mit dem entsprechenden Equipment geübt hatte.

Toll zu sehen war der körperliche Einsatz – es wurden bei den meisten nicht nur die Hände mit den Controllern bewegt, sondern es zappelte und drehte sich der ganze Körper und die Haare flogen durch die Luft.

Wie die Schlussabrechnung nach Punkten ergab, erbrachten die Schüler/innen zweier Klassen des Hansa-Gymnasiums den größten Einsatz und belegten somit einen verdienten und bejubelten 1. und 2. Platz (40 und 30 Euro für die Klassenkasse). Aber auch die achte Klasse der Realschule am Rhein freute sich riesig über ihren Pokal für den 3. Platz (20 Euro für die Klassenkasse). Und wie ein Schüler so schön sagte: „Ich weiß ja, dass bei diesem Wettbewerb nicht nur das Tanzen, sondern auch die Erfahrung mit dem Spiel und dem Computer zählt.“