Architekturpreis NRW 2021 für die BAN

Zum achten Mal seit 1998 vergibt der BDA (Bund Deutscher Architektinnen und Architekten) Nordrhein-Westfalen den „Architekturpreis NRW“ und würdigt damit vorbildliche Beispiele aus allen Bereichen des Bauschaffens. Im Juli tagte die Jury in der Kulturkirche Liebfrauen in Duisburg und vergab zehn gleichberechtigte Preise – und die BAN ist dabei.

In der Begründung der Jury heißt es:

„BAN – BILDUNGSLANDSCHAFT-ALTSTADT- NORD
Architekt*in Gernot Schulz, André Zweering
Bauherr*in Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Das lockere Ensemble aus verschieden großen fünfeckigen Gebäudevolumen erzeugt im wahrsten Sinne des Wortes eine „Bildungslandschaft“, einen innerstädtischen Campus mit hoher Identität und Strahlkraft innerhalb des Quartiers. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die einheitliche Materialisierung und die wenigen, aber frei gesetzten Fensterformate. Der Verzicht auf eine Einzäunung ermöglicht die vielfältige Durchwegbarkeit des Schulgeländes und stärkt den Bezug zum Quartier und zu den umgebenden Parkanlagen.
So gelingt die Integration der Gebäude ins städtische Umfeld. Präzise gesetzte Ein- und Ausblicke schaffen den Bezug der Schulen untereinander und in den umgebenden Stadtraum. Erwähnens- und lobenswert ist auch das Zusammenwirken der Stadt Köln und der Montag Stiftung zur Konzeption und Programmierung einer zeitgemäßen Schulanlage für alle Altersstufen nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen – vorbildlich umgesetzt durch das architektonische Konzept der kompakten Baukörper mit jeweils eigener, identitätsstiftender Adressbildung sowie der intelligenten Anreicherung/Ergänzung der Erschließungsräume durch vielfältig nutzbare Nischen und informelle Lernzonen.“

Gemeinsam gegen Menschenfeindlichkeit

In Kooperation mit 180 Grad Wende hat die Bildungslandschaft Altstadt Nord eine Workshop-Reihe „Menschenfreund – Menschenfeind“ durchgeführt. Teilgenommen haben 18 Schülerinnen und Schüler aus dem Hansa-Gymnasium, der Realschule am Rhein und der Katholischen Hautschule Bülowstraße. In insgesamt 5 Workshops haben sich die Jugendlichen mit menschenfeindlichen Einstellungen wie Rassismus oder Antisemitismus sowie verschiedenen Formen von Radikalisierung und Extremismus auseinandergesetzt. In dem interaktiven Programm haben die Referenten einen vertrauensvollen Rahmen geschaffen, in dem auf Augenhöhe diskutiert werden konnte. Die Jugendlichen brachten sich mit ihren persönlich erlebten Diskriminierungs- und Mobbingerfahrungen ein und zusammen wurden Antworten zu Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen Diskriminierung und Mobbing? Und was hat Menschenfeindlichkeit eigentlich damit zu tun?“ „Und was genau sind Menschenfeinde und Menschenfreunde und wie erkenne ich sie?“ erarbeitet.

Die Jugendlichen haben in den Workshops intensiv mitgearbeitet und haben vor allem eigene Erfahrungen und Emotionen miteinander geteilt. Bemerkenswert war, dass sich die Jugendlichen selbst kritisch hinterfragt haben im Hinblick auf eigene diskriminierende Äußerungen gegenüber anderen. Außerdem setzten sie sich kritisch mit den verschiedenen Formen von Extremismus auseinander. Hier lernten sie insbesondere welche Ursachen einer Radikalisierung zugrunde liegen können und reflektierten über mögliche Risikofaktoren. Der intensive Austausch und die Rückmeldungen der Jugendliche zeigten, dass das Bedürfnis nach Austausch und das Interesse an weiteren Formaten zu ähnlichen Themen groß ist. Für die erfolgreiche Teilnahme erhielten die Jugendlichen ein Zertifikat.

Mehr über 180 Grad Wende erfahren Sie hier: www.180gradwende.de

Ausgezeichnet! BAN erhält den Kölner Architekturpreis 2021

Wenn Pädagogik, Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung zusammengedacht werden, können Bildungsorte von besonderer Qualität entstehen. Dass dieses Zusammenspiel in der Bildungslandschaft Altstadt Nord (BAN) geglückt ist, zeigt die Auszeichnung mit dem Kölner Architekturpreis 2021, der am 29. März 2021 an gernot schulz : architektur und die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln zusammen mit dem Amt für Schulentwicklung verliehen wurde.

Im Protokoll der Jury heißt es: „Sie ist auf vielen Ebenen bemerkenswert, diese neue «Bildungslandschaft», ein Campus für Schüler aller Altersstufen im Norden der Kölner Altstadt. Allen voran die Trägerschaft: Es ist ein Verband aus sieben (!) Institutionen, die in einem langjährigen Planungsprozess unterstützt von den Montag-Stiftungen um eine gemeinsame Lösung gerungen haben.“ Es wurde ein Gebäudeensemble geschaffen, „dass eine starke eigene Identität entwickelt und sich gleichzeitig hervorragend in den städtebaulichen Kontext einbettet“.