Ausstattungsplanung Studienhaus: Besuch bei der Willy-Brandt-Gesamtschule

K1600_DSCF2256_jiAb Dezember 2018 ist es so weit: Unser BAN-Studienhaus am Klingelpützpark kann eingerichtet und die Bibliothek bestückt werden. Doch welche Medien sollen in die Regale?
 Zwar gibt es hierzu schon einige grundsätzliche Überlegungen, was die digitalen Arbeitsmittel und Art der Printmedien angeht. Aber welche Bücher aus dem Bestand übernommen werden und welche neu angeschafft werden sollen, da bedarf es noch mehr Klarheit und Entscheidungen stehen aus.

Pädagog/innen der BAN und Mitarbeiter des Amts für Schulentwicklung holen sich deshalb aktuell Anregungen von anderen Bibliotheken (z.B. der renommierten Kölner Stadtbibliothek) und arbeiten in Workshops.

In diesem Rahmen besuchte gestern eine Delegation aus DSC03142Lehrkräften und Angestellten des Amtes für Schulentwicklung die Willy-Brandt-Gesamt Schule in Köln-Höhenhaus. Die Schule ist sechszügig und verfügt nicht nur über einen eigenen Zirkus (Circus Radelito), der von einer Schülerfirma betrieben wird, sondern auch über eine flächenmäßig sehr große Schulbibliothek.

Dieter Fabisch-Kordt und seine engagierte Bibliothekskraft berichteten von den Chancen und Herausforderungen ihrer Bibliothek. „Wir versuchen vor allem die Lesefreude bei den unteren Jahrgängen zu wecken. Dazu greifen wir die aktuellen Interessen der Kinder und Jugendlichen auf und bestellen Neuerscheinungen.“ Das ist nicht immer einfach mit dem standardisierten Bücherbudget für Gesamtschulen.  

Auch hat die Bibliothekarin alle Hände voll zu tun mit dem thematische Zusammenstellen von Bücherkisten für den Unterricht (z.B. Thema „das alte Rom“), dem Aussortieren von Altbestand und der Verwaltung der Privatausleihen der jungen Bibliotheksnutzerinnen und -Nutzer. Ganz zu schweigen von der Organisation von der täglichen Arbeit an einer attraktiven Präsentation der Bücher und des Raumes: „Die Schüler räumen nicht gern auf“, ergänzt Sükran Henden, „da bleibt öfters mal etwas liegen.“.

160418-km-schule2-enhBei ihren vielen Aufgaben in der Schulbücherei helfen zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen. Außerdem kümmern sich die in den gemeinschaftlichen Leseaktionen und den Pausen jeweils zuständigen Lehrer/innen um die Kinder und Jugendlichen.

„Eine Besonderheit, mit der wir gute Erfahrungen gemacht haben, ist unser Lese-Tandem mit Schüler/innen der 5. und 9. Jahrgangsstufe“, erzählt Dieter Fabisch-Kordt. Dabei erzählen sich in einer gemeinsamen Wochenstunde Schüler/innen unterschiedlichen Alters von ihren Leseerfahrungen und lesen sich gegenseitig vor.

Die bei der Büchereivorstellung anwesenden Lehrerinnen und Lehrer stellten viele Fragen, sei es zur Nutzung der Bibliothek als Ruhearbeitsplatz oder ganz praktisch zum Mahnwesen bei nicht wiedergebrachten Büchern. Doch welche Erfahrungen waren es, die die Organisatoren der Willy-Brandt-Schulbücherei uns besonders für den Start des BAN-Studienhauses ans Herz legten?

1. Eine inhaltliche Entscheidung sollte getroffen werden: zu welchen Teilen soll das Gesamt-Budget auf Leseförderung / Unterrichtsunterstützung verwendet werden? Welche Inhalte wünscht sich jede einzelne BAN-Einrichtung in der Bibliothek zu finden?
Welche ergänzenden Medien sind sinnvoll (Stichwort: Online-Medien; zunehmend geringer Stellenwert von DVDs und Zeitschriften, v.a. für jüngere Schüler/innen).
2. Die Inventarisierung des Bestands aller Einzelbibliotheken der Partnereinrichtungen sowie die Anschaffung einer individuell geeigneten Bibliothekssoftware zur Verwaltung sind die Basis für die weitere Arbeit.
 3. Die neue Bibliothekskraft braucht bei der Neueinrichtung ausreichend Zeit, um den Medienbestand und Neubestellungen in die Regale und das Computersystem einzupflegen.