Schulbau der Zukunft – Nicht nur die Menge macht’s

symposiumAngesichts 40 neuer Schulen und 140 Kitas, die Köln in den nächsten fünf bis acht Jahren zu bauen hat, steht die Stadt vor großen Herausforderungen.
Beinahe wöchentlich gibt es neue Meldungen zum Schulnotstand in Köln. Aber es gibt einen Lichtblick: Den Kommunen und Ländern werden erstmals seit Jahrzehnten erhebliche Fördermittel hierfür zur Verfügung stehen, u.a. aus dem NRW-Programm „Gute Schule 2020″.

Doch was sind gute, zukunftsfähige Schulen? Hierüber tauschten sich beim Symposium „Schulbau der Zukunft“ Experten aus Verwaltung, Forschung und Politik aus. Veranstaltet wurde es vom Bund Deutscher Architekten BDA, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) am 20. Juni 2017 in Berlin.

Es bedarf innovativer baulicher Konzepte, darin waren sich alle einig. Denn das alte Modell „Klassenräume und ein Flur dazwischen“ engt pädagogisch flexible Konzepte räumlich viel zu sehr ein. Die vorhandenen Schulgebäude müssen an neue pädagogische Anforderungen angepasst werden, aber auch an aktuelle technische, energetische und ökologische Standards. Vorreiter für innovativen Schulbau in Köln sind unsere entstehende Bildungslandschaft Altstadt Nord und die inklusive Universitätsschule (Heliosschule).

Udo Beckmann (VBE) erklärte, viele Schulen seien derzeit eher „betonierte Lernhindernisse” als innovative Lehr- und Lernräume.
Wichtig für Politik und Verwaltung ist außerdem die Formulierung von geeigneten Förderprogrammen, die mit einem ganzheitlichen Ansatz Qualität erreichen können.

Planerische, pädagogische und architektonische Orientierung für mittelfristige Schulbauinvestitionen bieten bundesweit die Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland, die gemeinsam von den Veranstaltern des Symposiums herausgegeben werden. Sie sind kürzlich komplett überarbeitet und aktualisiert worden.

Nachdem einige Bundesländer veraltete Schulbaurichtlinien inzwischen ersatzlos abgeschafft haben, wurden in einigen Kommunen zusätzlich individuelle Schulbauleitlinien erarbeitet, so auch bei uns in Köln: Der neue „Planungsrahmen für pädagogische Raumkonzepte an Kölner Schulen“ ist auf Grundlage der Erfahrungen unseres Pilotprojektes Bildungslandschaft Altstadt Nord und der Heliosschulen in Zusammenarbeit mit den Montag Stiftungen entstanden. Er soll bei allen aktuellen und zukünftigen Schulbaumaßnahmen umgesetzt werden.

Bei langfristigen Schulbauprojekten ist der architektonischen Planung nun ein Projektentwicklungsprozess, die so genannte „Phase Null“, vorgeschaltet. Für die pädagogischen Raumkonzeption ist außerdem die Aufteilung der Räumlichkeiten in so genannte Cluster aus Fach- / Klassenräumen und gemeinsamen „Lerninseln“ / Gruppenräumen vorgegeben und für die etwas älteren Schüler/innen offene Lernlandschaften mit der Möglichkeit zum selbst organisierten Lernen.