Gemüseernte von Realschule und Hansa-Gymnasium im Garten auf der Stadtmauer

K1600_20170703_150802_jiUnsere Bildungslandschaft verfügt über ein kleines Juwel: auf der mittelalterlichen Stadtmauer, die an den Gereonsmühlenturm anschließt, befindet sich unser knapp 300 Quadratmeter großer Garten.
Dieser wird mal im Wechsel, mal zeitgleich von unseren Schüler/innen und den Gästen unserer beiden Freizeiteinrichtungen bewirtschaftet. Und natürlich auch zum Grillen und Feiern genutzt. Im Bild zu sehen: die Gemüseernte der Garten-AG der Realschule am Rhein. Biologie-Lehrerin Stephanie Bremke:  “Die Zucchini ist dieses Jahr besonders gut gewachsen, so dass jeder Schüler etwas mit nach hause nehmen konnte. Nur wenige wissen, dass man auch die Blüten sehr lecker zubereiten kann, indem man sie füllt, mit Schnittlauch zubindet und in der Pfanne brät.”
Das Engagement der Realschule für den Garten ist groß, denn solange sie noch nicht in ihr neues Gebäude gegenüber unserem Garten einziehen kann, kommen die Acht- und Neunt-Klässler/innen über einen Kilometer zu Fuß vom alten Schulgebäude in der Dagobertstraße.
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Das zur Zeit sanierungsbedingt in das Abendgymnasium in der Gereonsmühlengasse ausgelagerte Hansa-Gymnasium-Köln hat einen etwas kürzeren Weg. Ist aber mindestens ebenso fleißig im Garten.

Jeden Montag kommen Schülerinnen und Schüler aus der fünften Jahrgangsstufe des Hansa-Gymnasiums und schwingen die Hacken, Gießkannen und Schaufeln. Unter Leitung von Gülsen Le Mharchi, Lehrerin für Biologie und Geographie, jäten sie Unkraut, bewässern die jungen Obstbaum-Pflänzchen und bewirtschaften zwei eigene Hochbeete mit Tomaten und anderen Nutzpflanzen. Die engagierte Pädagogin stellte zudem den Kontakt zu Franz Bauske her, der über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt und diesen nun schon seit einigen Wochen in das Schulgartenteam einbringt.

Als Dozent an der JuniorUniversität Köln und Vorsitzender des Kleingärtnervereins in Köln-Weiß ist der pensionierte Betriebswirt bestens vernetzt: “Ich bekomme immer wieder Anfragen von Schulen und KiTas, die Ideen und Tipps für die Gestaltung ihrer Gärten haben möchten”, erzählt Bauske. Er helfe dann gern. In unserem Garten auf dem Gereonswall weiß er insbesondere die gute Infrastruktur zu schätzen. Ein Gartenhaus mit Gartengeräten ist vorhanden, es gibt Sitzgelegenheiten und eine funktionierende Solarpumpe mit Regenwasser-Sammelbehälter.

Gern bringt Bauske auch wertvolle Kontakte ein, zum Beispiel den zu Architekt Johannes Schilling, dem das gegenüberliegende Architekturbüro und das benachbarte Haus mit angrenzendem Gartenstück auf der alten Stadtmauer gehört. Von ihm kommt die Idee, die Farbe des bisher etwas unattraktiven Stahlzauns an das denkmalgeschützte Mauerwerk anzupassen.

Die dem Park benachbarte Freizeitanlage Klingelpütz hilft ebenfalls mit einigen interessierten Kindern und Jugendlichen aus der offenen Jugendarbeit im Garten-Team mit. Sie hat u.a. einen Verbundgartenkalender angelegt, der von den Beteiligten zur Koordination der Gartenaktivitäten, vor allem der Grilltermine, genutzt wird.

Und nicht zuletzt beteiligt sich das Jugendhaus Tower der KSJ am Gießen und an der Gartenpflege. Es bietet sein Übermittag-Angebot im benachbarten Gereonsmühlenturm an. Und hält zuweilen größere Veranstaltungen dort ab, für die auch jedes Mal der Garten auf Vordermann gebracht wird.

Doch es läuft noch nicht alles rund, wie Carolin Pless, Netzwerkkoordinatorin für die Bildungslandschaft Altstadt Nord e.V. weiß: Zum Beispiel stehe die Nutzung des Gewächshauses erst am Anfang und die Bewässerung in den großen Schulferien sei trotz vielen Beteiligten ein Problem. “Der Garten bietet tolle Möglichkeiten für Groß und Klein. Aber wirklich ausreichend viel Zeit für die Pflege werden unsere sieben Einrichtungen wohl erst aufbringen, wenn sie ab Ende 2018 in ihre neuen Gebäude auf der anderen Straßenseite des Gartens eingezogen sind”, so Carolin Pless.

Das Gartenteam freut sich über jede Unterstützung. Ehrenamtler/innen mit eigenen Ideen, engagierte Lehrerinnen und Lehrer und vor allem weitere Schülerinnen und Schüler sind herzlich willkommen.